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Artikel aus "Schlossallee" (Ausgabe Dez07/Jan08) |
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Aufgaben reizen mich
Unternehmerin, Mutter, Sportlerin: Britta Lewedag
"Aufgaben reizen mich" - diese drei Worte charakterisieren eine Frau, geboren und aufgewachsen in Lengerich/Westfalen, wo sie heute noch lebt, die in ihren 43 Lebensjahren einiges geleistet hat: Britta Lewedag, Chefin des Entsorgungsspezialisten Lewedag, Mutter zweier Kinder und Präsidentin des Golfclubs Tecklenburger Land braucht sich keine Sorgen um das abendliche Fernsehprogramm zu machen. Sie hat gar keine Zeit dafür. Schlossallee Nordwest wollte wissen, wer hinter dieser "Powerfrau" steckt.
Eisen, Schrott, Papier, ausgefallene Zähne sammeln wir... Im fünf Minuten Takt fahren die LKW vor ihrem Bürofenster in Lengerich hin und her. Geladen haben sie (fast) alles: Altpapier, Schrott, Metalle, Container... In der dritten Generation führt Britta Lewedag heute das Unternehmen, das sich vom Schrotthandel zum Entsorgungsfachbetrieb mit Öko-Zertifizierung entwickelt hat - nicht zuletzt dank einer entsprechenden Ausbildung der Chefin. Die Diplom Ingenieurin für Ver- und Entsorgungstechnik brachte vielfältige praktische Erfahrung mit, als sie 1990 in den elterlichen Betrieb wechselte. Den hatte zunächst der Großvater mit einer Fahrradreparatur-Werkstatt aufgebaut, bevor er merkte, dass mit Schrott eigentlich viel mehr Geld zu verdienen ist. Ihre Eltern bauten den Schrott-handel später an der Ringeler Straße in Lengerich weiter aus. "Schrotthändler haben leider schon immer ein schlechtes Image", bedauert Lewedag. Bürocontainer als Firmenzentrale Heute ist die Firma weit weg von diesen Zeiten. Die anerkannte Sicherheitsingenieurin erarbeitet beispielsweise ganze Entsorgungskonzepte für Unternehmen - vornehmlich in der Region rund um Lengerich. Als ihren Aktionsradius bezeichnet Lewedag einen Umkreis von rund 100 Kilometern rund um ihren Standort Lengerich, "Natürlich fahren wir auch manchmal weitere Strecken wie nach Belgien, aber das ist eher die Ausnahme. Entsorgung ist regional", sagt sie. Mit 24 Mitarbeitern erwirtschaftet sie einen Umsatz von fünf Millionen Euro - Tendenz steigend. Die Basis dafür legte sie, als sie schon zwei Jahre nach der offiziellen Firmenübernahme 2001 in ein neues Betriebsgelände am Hullmanns Damm in Lengerich investierte. Mit einem eher überschaubaren Startkapital wagte sie die Neuausrichtung. Britta Lewedag denkt praktisch. Nachdem sie alles Kapital in Hallen und Außengelände investiert hatte, blieb kein Geld mehr für ein Bürogebäude. Das ist der Grund, warum sie ihr Büro noch heute, sechs Jahre nach dem Umzug, in einen Bürocontainer untergebracht hat. "Wenn man einmal drin ist, gewöhnt man sich schnell daran", sagt sie völlig unprätentiös. 1.000 Container Für die Mitarbeiter ist sie einfach .die Britta", denn das persönliche "Du" gehört beim Entsorgungsspezialisten zum betrieblichen Umgangston. "Anfangs hatte ich vor allein ein Problem mit den älteren Mitarbeitern. Viele von ihnen habe ich "Onkel" genannt, als ich noch als Kind durch den Betrieb flitzte", erklärt sie. Ob Kraftfahrer, Baggerfahrer oder Schlosser -Lewedag ist als Chefin anerkannt - auch wenn sie als Entsorgungsspezialistin mit ihrem Eintritt in die Firma völlig neue Seiten aufzog. "Anfangs haben die Mitarbeiter gar nicht verstanden, warum wir jetzt alles ganz genau dokumentieren müssen, Dokumentenmappen führen und so weiter. Erst als ein Mitarbeiter polizeilich kontrolliert wurde und der Beamte sagte, was für super Unterlagen er doch habe, hat es bei den Mitarbeitern klick gemacht", sagt sie heute. Über 1.000 Container werden von der Zentrale in Lengerich aus verwaltet - da ist natürlich auch eine gute EDV gefragt. An dieser Stelle wird Britta Lewedag von ihrem Ehemann Thomas Peters unterstützt. Als EDV Spezialist ist sein eigentliches Berufsfeld die Administration eines SAP Systems und natürlich kümmert er sich auch um alles, was in der Firma seiner Frau über die EDV zu steuern ist. Moderne Ehe Weil Familie Lewedag in Lengerich alteingesessen ist. hat Britta Lewedag bei ihrer Eheschließung ihren Namen behalten. Auch ihre Kinder Falk (14) und Rike (9) heißen wie ihre Mutter. Wenn Vater und Mutter beide beruflich aktiv sind, ist das sicherlich eine echte Herausforderung für jede Familie. Britta Lewedag und Thomas Peters haben sich dafür entschieden - und es beide nicht bereut. Seit zehn Jahren haben sie eine Haushälterin beschäftigt, die sich darum kümmert, dass zu Hause der Laden läuft, "Wenn sie um 16 Uhr geht, dann ist auf jeden Fall einer von uns gefragt", lasst sich Britta Lewedag auch hier in die Pflicht nehmen. "Natürlich sind wir beide beruflich stark angespannt. Umso wichtiger ist es uns, regelmäßig mit den Kindern Urlaub zu machen", betont Britta Lewedag die Notwendigkeit regelmäßiger Familien - Ferien. Wenn sie auch sonst jederzeit für den Betrieb erreichbar ist - das ist eine Zeit, die eindeutig der Familie gehört. |